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Gegen den Lärm anbrü...


Gegen den Lärm anbrüllen

Andrea Naica-Loebell   29.04.2004

Ob Fisch oder Vogel – Tiere müssen immer öfter gegen vom Mensch erzeugten Lärm antreten und diesen durch Pegel und Ausdauer übertönen

Zunehmend müssen Tiere sich den durch Umweltverschmutzung veränderten Lebensräumen anpassen. Das gilt auch für den vom Menschen produzierten Lärm. Sie reagieren mit unterschiedlichen Strategien: Killerwale singen ausdauernder, Nachtigallen drehen ihre Lautstärke auf, so zwei konkrete Beispiele, die durch brandneue Studien belegt werden.


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Gestern, am 28. April, war der internationale [External Link] Tag gegen Lärm, der in Deutschland unter dem Motto "Bürgerrecht: Lärmschutz" stattfindet: Die Umweltschutzverbände fordern mehr Stille. Doch was die Menschen bereits stresst, ist für die Tiere eine existenzielle Herausforderung.

Die Diskussion um die Bedrohung der Wale durch akustische Meeresverschmutzung dauert an. Vor allem die Sonarsysteme der zivilen und militärischen Schifffahrt werden für die Massenstrandungen der großen Meeressäuger verantwortlich gemacht (Unterwasserlärm im Ozean: Bohrinseln, Schiffslärm und Sonar – [External Link] Wale im Dauerstress).

Der schwarzweiße Schwertwal ( [External Link] Orcinus orca) ist der größte lebende Delfin und spätestens seit dem Film "Free Willy" sehr populär. Der Orca-"Star" aus dem Film wurde später tatsächlich unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit in die Freiheit des Meeres entlassen, überlebte dort aber nicht sehr lange ( [External Link] Keikos Tod).

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Killerwale und ein Segelboot im Sonnenuntergang, Bild: Fred Felleman

Die bis zu neun Meter langen Killerwale verständigen sich untereinander mit einer komplexen "Sprache" aus musikalischen Töne, dem berühmten Gesang der Wale ( [External Link] "Die Unterwasserwelt ist Klang").

Bisher diskutierten die Wissenschaftler heftig über die tatsächlichen Auswirkungen der zunehmenden Geräuschkulisse unter Wasser auf die Tiere ( [External Link] Tod im Lärm). Unumstritten ist, dass der Lärm enorm zugenommen hat:


 "In den Ozeanen – einst riesige Orte der Stille – herrscht heute eine Kakophonie von Schallwellen. Bohrer auf der Suche nach maritimen Gas- und Ölvorkommen, Schiffsmotoren und Militärs machen einen Heidenlärm. Der Krach in den Ozeanen hat sich in den letzten 50 Jahren etwa verdoppelt. Strittig ist natürlich die Grenze des Lärms für die Meeressäuger. Unstrittig ist inzwischen allerdings, dass der wachsende Lärm bei der zunehmenden Desorientierung von Walen eine Schlüsselrolle spielt.
Franz Alt im [External Link] Umweltjournal"

Anschwellender Walgesang

Jetzt berichten Andrew D. Foote und A. Ru Hoelzel von der englischen [External Link] University of Durham sowie Richard W. Osborne vom [External Link] Whale Museum im US-Staat Washington im Wissenschaftsmagazin [External Link] Nature über ihre Untersuchungen der Auswirkungen des zunehmenden Bootsverkehrs zum Whale Watching für Touristen in den küstennahen Gewässern des Staates Washington. Die Forscher konnten feststellen, dass die Rufe der Wale um 15 Prozent länger dauern, wenn Schiffe in der Nähe sind. Die Orcas leben matriarchal organisiert in unterschiedlich großen Gruppen. Ihr ganzes Leben lang jagen sie gemeinsam, sie gelten als sozial in hohem Grad organisiert und verständigen sich durch eine Vielzahl akustischer Signale. Die erweiterten Walfamilien werden Pods (Schulen) genannt und jeder Pod hat seinen eigenen Dialekt, ein spezifisches vokales Repertoire. Eine große Rolle spielt dabei ein einzelner, spezieller Wiedererkennungsruf jeder Killerwal-Großfamilie.

Die Anzahl der Boote der kommerziellen Walbeobachtungsflotte, denen die Meersäuger begegnen, hat sich in den letzten Jahren enorm erhöht – seit Anfang der 90er Jahre um das Fünffache. Täglich kreuzen durchschnittlich 22 Boote in ihren Gewässern und erzeugen dabei natürlich entsprechenden Lärm durch die Motoren. Das Team um Foote verglich Aufzeichnungen aus drei Zeitperioden. Es zeigte sich, dass in der jüngsten Zeit (2001-2003) die Signalrufe deutlich länger anhalten: die Wale versuchen durch Ausdauer, den Lärm der Menschen in ihrer Umgebung zu übertönen.

Dieses Ergebnis bestätigt frühere Forschungen, die vor allem für [External Link] Buckelwale bereits länger andauernde Gesänge nachgewiesen hatten ( [External Link] Animals and Sound in the Sea).

Wer die Nachtigall stört

Bekannt ist seit geraumer Zeit auch, dass Vögel in Städten ihr Getschilpe den veränderten Gegebenheiten anpassen: sie entwickelten einen eigenen Großstadtslang ( [Local Link] Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstadtvögel zur Paarungszeit). Eine neue Studie des Verhaltensbiologen Henrik Brumm von der [External Link] Freien Universität Berlin, die in der Fachzeitschrift [External Link] "Journal of Animal Ecology" veröffentlicht wurde, zeigt die deutlichen Auswirkungen des Verkehrlärm der Metropole auf das [External Link] Verhalten der Nachtigall (Luscinia megarhynchos). Dieser Meistersänger unter den Vögeln bezirzt mit seinem Gesang die Damen seiner Art oder vertreibt männliche Rivalen aus seinem Revier ( [External Link] Akustische Experimente - mit Soundfiles). Sie trillern gegen den immensen Großstadtlärm an und wo es nötig ist, werden sie sehr laut, um sich Gehör zu verschaffen. Dabei passen Nachtigallen sich jeweils den Gegebenheiten an. Die Bilanz der Untersuchung von Brumm ist eindeutig: Die Vögel zwitschern werktags lauter als am Wochenende und in der Nähe von stark befahrenen Straßen oder Eisenbahntrassen singen sie bis zu 14 Dezibel lauter als in ruhigeren Gebieten. Sie investieren alles, was ihre Brust hergibt und steigern den Schalldruck ihres Gesangs bis zum Fünffachen. Dann ist allerdings Schluss, neben einem Presslufthammer hat selbst die stimmgewaltige Nachtigall keine Chance mehr, dann siegt der Lärm.







50 Jahre Mum...


50 Jahre Mumia !!!

Jürgen Heiser

 
Leben gegen den Todestrakt: Einer von uns
 
Eine räumliche Annäherung an Mumia Abu-Jamal zu seinem 50. Geburtstag (I)
 
Eine Fahrt vom New Yorker Stadtteil Brooklyn nach Pennsylvania ist wie eine Reise von der schwarzen Kolonie ins weiße Mutterland. Im Subway Train 2 oder 3, der von Brooklyn unter dem Hudson River hindurch nach Manhattan führt, fällst du auf, wenn du zu den wenigen Weißen unter den vielen Schwarzen gehörst. In Pennsylvania fällst du auf, je weiter du in den Südwesten kommst, wenn du schwarz bist.

In Greene County, Pennsylvanias äußerstem Zipfel an der Grenze zu Virginia, gibt es nur noch einen Ort, an dem viele Schwarze konzentriert sind: Das SCI Greene, State Correction Institution – zu Deutsch: das Staatliche Zuchthaus des Bezirks Greene. Hier, wo die Bergbau- und Stahlindustrie schon vor langer Zeit in sich zusammengefallen ist, haben viele Langzeitarbeitslose wieder Jobs gefunden – als Wärter und Verwaltungsangestellte im Hochsicherheitsgefängnis, das 1995 seiner Bestimmung übergeben wurde. Die meisten der Wärter sind weiß, deutlicher Kontrast zur Mehrheit der Gefangenen.

Von der Landstraße aus, die früher auch zum Underground Railroad von Harriet Tubman und ihren Getreuen gehörte, über die sie entflohene Sklaven in den sicheren Norden schafften, ist der neue Knast nicht zu sehen. Geduckt liegt er in einer Talsenke, sieht auf den ersten Blick aus wie eine der zahlreichen High-Tech-Firmen, die überall auf der Welt steuerbegünstigt auf billigem Bauland an den Rändern der Städte errichtet werden. Auch die Eingangshalle könnte noch die Pforte zu einem Konzern sein. Eine modisch gestylte Empfangsdame bedient hinter einer computergestützten Rezeption Telefone, führt Small talks mit Bediensteten, die emsig und lächelnd ihren Job tun – in God’s own country. Amen.

Ein großer hagerer Mann in langem Mantel und mit breitkrempigen Hut betritt die Halle, während wir auf die Bestätigung warten, daß wir auf der Besucherliste stehen. In meiner Phantasie zieht er seine Blues Harp aus der Manteltasche und beginnt zu spielen. Ich höre die Ketten der Chaingangs rasseln. Tiefe Stimmen beginnen im Rhythmus ihrer Spitzhacken einen rauchigen Blues zu singen... vom Elend des irdischen Daseins... und von »Freedom, freedom, freedom...!« Es geht immer um Freiheit. Diese Sehnsucht hält die Menschheit in Bewegung. On a move, wie es Mumia unter seine Briefe schreibt.

Das Telefongepiepse und ein gesäuseltes »SCI Greene, can I help you, Sir?« reißt mich aus diesem Tagtraum. Der große Afroamerikaner steht regungslos in der Halle. Er ist hier, um einen anderen Blues zu Ende zu bringen. Er ist gekommen, seinen erwachsenen Sohn abzuholen. Der kommt auch bald aus dem Sicherheitsbereich, einen Pappkarton mit seiner Habe vor dem Bauch, einen Officer im Schlepp. Vater und Sohn fallen sich in die Arme, als wollten sie sich nie wieder loslassen. Wir Wartenden kriegen alle feuchte Augen. Der Officer versucht zu scherzen:«Good luck. Don’t come again!«

Endlich dürfen wir rein. Schuhe und Gürtel ausziehen, der Entrance Officer schickt uns durch die elektronische Sicherheitsschleuse. Schuhe und Gürtel wieder anziehen. Dann durch weitere ferngesteuerte Schiebetüren, vorbei an zahllosen Überwachungskameras, in einem endlosen, menschenleeren Korridor vom äußeren Gefängniskomplex ins Herz der Bestie – den Todestrakt. In einer Zentrale sitzen Wachbeamte hinter Panzerglas und nehmen unseren Laufzettel entgegen. Hier haben auch Besucher keinen direkten Kontakt mit Anstaltspersonen. Klinische Isolierung wie auf der Intensivstation. Ja, jetzt wird es intensiv, aber anders: In Besuchsraum 12 steht schon Mumia – aufrecht und strahlend wie eh und je, mit Brille und in Handschellen. Er trägt einen grauweißen Overall mit feinen blauen Streifen. Für einen Moment vergessen wir, wo wir sind. Unsere Hände berühren sich durch das kalte Glas der Trennscheibe. Grinsen von einem Ohr bis zum anderen: ONA MOVE! Nach so vielen Jahren brieflichen Gedankenaustauschs, hin und wieder erlaubten Besuchen und entschlossener Zusammenarbeit im Kampf für das gemeinsame Ziel sind wir uns vertraut, als hätten wir gerade gestern noch einen Kaffee zusammen getrunken. Mumia freut sich über meinen Sohn, den er nur von Fotos kennt. Jetzt ist er ein Teenager, aber er ist aufgewachsen mit Mumia, seit er laufen kann.

»Wie meine Enkel, fünf hab’ ich schon!« Ob er zu Hause Baseball spiele, fragt Mumia. »Nee, but table tennis«, antwortet mein Sohn freudig. »Das könnten wir hier auch spielen«, frotzelt Mumia und zeigt auf die beiden Tische hüben und drüben vor der Trennscheibe. »Müßten nur die Scheibe runterlassen und ein Netz spannen, dann könnte es losgehen!« Und beidhändig spielt Mumia mit den gefesselten Händen den imaginären Schläger.

Wenn ich je einen Zweifel gehabt hätte, ob es gut für meinen Sohn ist, einen Besuch im Todestrakt zu machen, so wäre er nun gegenstandslos. Hier tobt das Leben im Todestrakt.

Ich gebe zahlreiche Grüße weiter und erzähle ihm, daß vor einiger Zeit der Film »Hinter diesen Mauern« im deutschen Fernsehen gelaufen ist, und daß danach so viele Briefe und Anrufe kamen von Menschen, die von seinem Lebenswillen und Widerstandsgeist angesteckt waren. Erzähle von der Gewerkschaftsgruppe, die derart von ihm inspiriert war, daß alle Mitglieder sofort etwas tun wollten und ihr gesamtes Delegiertengeld für die Verteidigung spendeten.

Wir sprechen über die Gewerkschaften und andere traditionelle Organisationen, die allesamt in der Krise seien und kaum noch Zugang zu den jungen Generationen hätten. Die Demos der Antiglobalisierungsbewegung und die neue Generation in der Kampagne würden zeigen, daß es eine Bereitschaft gebe, sich zu bewegen, und daß es heute nur im internationalem Rahmen und mit internationalistischen Bewußtsein ginge. Hier lägen die Aufgaben der Älteren, sagt Mumia, Verbindungen herzustellen, historische Anknüpfungspunkte zu finden und mit dafür zu sorgen, daß die aufflammenden Initiativen nicht verpuffen.

Was mir seit dem letzten USA-Aufenthalt aufgefallen sei, will er wissen.

Die Redaktion im Todestrakt
 
Zum 50. Geburtstag von Mumia Abu-Jamal. Ein Besuch (Teil II)
 
Was mir seit dem letzten USA-Aufenthalt aufgefallen sei, will Mumia wissen. Ich erzähle von den größeren Massen von Homeless People, den Bettlern in der Subway, den unzähligen schwarzen Frauen und Männern, die als Straßenverkäufer in jeder Straße Manhattans auf der Jagd sind nach ein paar Krumen vom Kuchen der weißen New Yorkians. »Ja«, sagt Mumia, »ich sehe das Ergebnis hier im Knast, wo die Leute dann landen, wenn sie sich nicht mehr legal über Wasser halten können. Zwei Millionen Gefangene gibt es in den USA. Ende der 60er Jahre waren es 200000, und das kam einem schon viel vor. Aber jetzt sind es zehnmal so viele und täglich werden es mehr, die für Lappalien lange Jahre einfahren. Der schwarze Mittelstand ist nur das Feigenblatt, um zu verbergen, daß die Mehrheit täglich ums nackte Überleben kämpfen muß. Und die Welfare ist begrenzt, fünf Jahre, dann ist Schluß, egal ob eine Frau allein mit ihren Kindern klarkommen muß.«

»Was machst du denn so den ganzen Tag?« fragt mein Sohn.

»Ich lese, manchmal zehn bis zwölf Stunden, schreibe... «

Das wird auch auf Veranstaltungen und in Gesprächen immer wieder gefragt: Wie geht das, so viele Jahre im Todestrakt durchzustehen, ohne den Kopf zu verlieren? Ohne zu verdorren in dieser gekachelten Einöde? Für Mumia ist seine Zelle eine Redaktionsstube. Hier empfängt er die Nachrichten aus aller Welt, vermittelt durch Briefe, alle zwei Wochen stattfindende Besuche und zeitweise erlaubten Fernsehempfang. Und er liest alles Gedruckte, was im Knast zu bekommen ist, und vor allem Bücher, Bücher, Bücher. Seine Kolumnen sind immer gespickt mit Zitaten. Er hat das systematische journalistische Arbeiten, das er sich schon in der Black Panther Party beim Schreiben für die Parteizeitung angeeignet hat und in den Jahren als Radioreporter und -moderator verfeinern konnte, nicht verlernt. Auch nicht die Prägnanz, die einen »Radio-man« auszeichnet. Kein Zufall, daß er vor seiner Verhaftung zum Präsidenten der Vereinigung Schwarzer Journalisten gewählt wurde. Kein Wunder, daß seine Kolumnen und Essays, mit denen er sich in die politische Auseinandersetzung der Gegenwart einmischt, so gut ankommen und viele sich fragen, warum der Journalist im Todestrakt näher am Zeitgeschehen dran ist als viele Menschen draußen. Und natürlich hat er keinen Internetanschluß, auch wenn seine Texte in vielen Sprachen weltweit im Internet kursieren. Er schreibt mit der Hand auf Anstaltspapier, und draußen tippen flinke Hände seine Texte in die Tastatur, und dann erst dann wird »Senden« angeklickt, und er ist »drin« im Netz.

»Jeden Zentimeter Boden muß man hier verteidigen«, sagt Mumia. »Bis zum letzten Moment.« Und dann erzählt er die Geschichte eines jungen afroasiatischen Gefangenen, der in Texas hingerichtet werden sollte, als George W. Bush noch Gouverneur war. »Beim Festschnallen auf der Pritsche, wo er zu Tode gespritzt werden sollte, spuckte er einem Wärter triumphierend ins Gesicht. Mit der Spucke flog dem Wärter auch der kleine Schlüssel für die Handschellen ins Gesicht. Daraufhin sind die Leute vom Knast völlig ausgeflippt – wie konnte ein völlig isolierter Gefangener im Todestrakt an seinen Handschellenschlüssel kommen? Zumal er einer besonderen Sicherheitsstufe unterlag, weil es ihm schon einmal gelungen war, aus dem Todestrakt zu fliehen. Er hatte eine Geisel genommen, die er wieder unversehrt freiließ. Für den Gefangenen war die Aktion mit dem Schlüssel ein letzter Widerstandsakt, um seinen Henkern zu zeigen, daß ihr verdammtes System Lücken hat. Menschen mit Bewußtsein werden immer stärker sein als Maschinerien, die von willfährigen Söldnern am Laufen gehalten werden...«

Unsere Besuchszeit nähert sich dem Ende.

Mumia sagt noch, er bekäme viel Post aus Germany. Das hinge mit solchen Ereignissen zusammen wie der Rosa-Luxemburg-Konferenz, zu der ihn die junge Welt alljährlich einlädt. Er würde auch viel Post von jungen und alten Linken oder in Menschenrechtsfragen engagierten Menschen aus Ostdeutschland erhalten. Das freue ihn sehr, aber leider könne er nicht allen antworten. Im Moment habe er kaum Restriktionen, seit seinem Sieg in der Zivilsache vor einigen Jahren sei die Knastverwaltung vorsichtiger geworden. Damals hatte er gegen illegale Weitergabe seiner Post an den Gouverneur geklagt und gegen Disziplinarstrafen, die wegen seiner Artikel und Bücher gegen ihn verhängt worden waren. Es war das einzige Mal, daß er vor einem Gericht der USA Recht bekommen hat.

Mumia gibt uns noch einmal Grüße und Dank für alle deutschen Freunde mit auf den Weg. Wir wollen uns umarmen, dabei gibt die Trennscheibe nach, zerbirst in tausend Stücke, die Seitenwände fallen in sich zusammen, entsetzte Schließer laufen aufgeschreckt davon. Der Knast fällt zusammen und verschwindet Stück für Stück vom Antlitz dieses Planeten. Die Talmulde erhält ihr sattes Grün zurück. Auf den Trümmerresten der Eingangshalle sitzen noch andere Besucher mit den Gefangenen, die sie im Todestrakt besucht haben. Sie reiben sich noch verwundert die Handgelenke, an denen die Handschellen Spuren hinterlassen haben. Von der Rezeption ist nur noch der PC-Bildschirm übrig geblieben und liegt im Gras. Unruhig flackert der Schriftzug ERROR! immer wieder auf.

Der Große im langen Mantel kommt langsam mit seinem Sohn auf uns zu und spielt wieder die Freedom-Melodie auf seiner Blues Harp. Zusammen gehen wir langsam in Richtung Landstraße. Irgendwer wird uns schon mitnehmen.

Mumia lacht und sagt: »Und wenn ihr das in Deutschland erzählt, was hier gerade passiert ist, dann glaubt euch das kein Schwein, oder?« »Stimmt genau. Aber alle träumen so einen Moment herbei. Jeder Mensch, der noch einigermaßen bei Verstand ist, weiß, daß es für diese klinisch reinen Höllen nur eine Perspektive gibt! Und wir arbeiten dran...!«



*** Wir grüßen unseren Autoren Mumia Abu-Jamal zu seinem 50. Geburtstag am Samstag, 24. April, herzlich. Beste Glückwünsche. Und: Möge Mumia noch lange für uns schreiben. In Freiheit!












































About-Seite - Pflich...


About-Seite - Pflichten erledigt?

So. Am heutigen österlichen Montag schnell noch eine About?-Seite gebaut. Man muss ja beim Betrieb einer Website in Deutschland eifrig Abmahnland inzwischen an vielerlei völlig nutzlosen Bockmist denken, damit nicht irgendwelche Heinis über einen herfallen, deren Geschäft - frei von jeglicher Produktivität - offenbar sogar noch in der besten Krise ungebremst reibachträchtig ist.
Und da posten sie dann alle ihre beschissenen kleinen Impressen (ja: Impressen! guckstu Duden!), mit 'mailto:'-Emailadressen und die Spammer freuen sich, weil ihre Bots fein sammeln können. Und wer weiß, wer da noch so alles sammelt, weil da doch so schön komplette Klartextadressen allüberall zu lesen sind. Wenn ich so überlege.... mit der heutzutage angemessenen Menge Paranoia... ob es da nicht eine Verschwörung gibt zwischen Werbetreibern und deren schlimmsten Vertretern, den Spammern, und Anwälten, und Recht verfassenden Politikern - zum Zwecke des allseitigen geifrigen Geierns von: Geld?
Noch ein paar direkte Links dazu? Impressum ja oder nein – was ist gefährlicher? und - spaßig - das noch: Abmahn-Wortschöpfungen

Okay, Thema wech... Ostern ist, also: frohe Eier noch.....

musik: Zappa, Roxy & Elsewhere
stimmung: Mopsig

Boris am 12.04.04 @ 01:34 PM MEZ










 Monatlich müss...


 Monatlich müssen die amerikanischen Steuerzahler bisher 4,7 Milliarden Dollar für die militärische Besetzung des ölreichen Zweistromlandes aufbringen, Tendenz weiter steigend.



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